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Nachts auf der Straße

28.06.2017

In der späten Nacht, fast schon am frühen Morgen wachte ich auf und spürte starke Schmerzen in meiner linken Gesichtshälfte. Es waren keine Zahnschmerzen. Der Schmerz war stechend, aber nicht der Grund des Erwachens. Meine Frau weckte mich und bat mich nach den Hunden zu sehen.
Draußen auf der Straße bellte unsere Molly mit aller Leidenschaft.

Verschlafen machte ich mich auf dem Weg. Meine Schuhe fand ich, meine Brille vergaß ich. Wegen den Schmerzen konnte ich nur vorsichtig auftreten und langsam laufen. Am Ende der Straße bellten die drei kleinen Hunde von Oma Lina und bei ihrem „freundlichen“ Nachbarn nebenan nahmen seine drei Hunden am lauten Geschehen teil.

Ich eilte erst hinters Haus, befreite Lady von der Kette und hörte ein Gebell, das nicht von einem Hund sein konnte.

Lady rannte zum Tor, ich öffnete es und sie sauste an der Ruine vorbei zur Straße. Ich folgte ihr vorsichtig, kletterte dann unter der Betonschale des Kanals hindurch, stieg aus dem Straßengraben und stand im Pyjama im gelben Licht der Straßenlaterne auf der Straße.

Ich hörte das Bellen der Hunde und das Bellen vom Fuchs. Ich war mir nun sicher, dass es ein Fuchs war. Nach ein paar Schritten entlang der linken Straßenseite kam ich zur Feldeinfahrt unter der ein ca. 6 Meter Langes Rohr lag.  Lady schnupperte und lief in die Tomaten hinein und hinaus, dann - als ich am Rohr ankam - zu Molly am anderen Ende.

Neben mir, keinen Meter entfernt, schaute mich ein kleiner magerer Fuchs mit ängstlichen Augen an. Ich wunderte mich über die Dummheit der Hunde und warum sie ihn nicht wahrnahmen.
Wir sahen uns noch ein letztes Mal an und dann entschied er sich in die Röhre zu verschwinden.

Auf der anderen Seite kroch die dicke Molly unter lautem, jetzt dumpf klingendem Bellen in ihr Rohrende. Sie folgte wohl der Fährte des Fuchses, der von mir am Ausgang überrascht worden war.
Dem Fuchs wünschte ich nichts schlechtes und war mir sicher, dass er den Hunden entkommen wird. Unser dritter Hund, Jack, war noch hinterm Haus an der Kette und so hatte er eine gute Chance.

Ich machte mir Sorgen um Molly und darum, ob sie es wieder schafft hinaus zukommen?
Während Lady planlos durch die Gegend schnüffelte und ich nach Hause ging um eine Taschenlampe zu holen, muss sich der kleine Jäger wohl verabschiedet haben.

Die Hunde sollen ihn nur von den Hühnern fernhalten und das tun sie gut.